Finanzierung · Lesezeit 4 Minuten
Planungssicherheit gegen Flexibilität. Wie sich die beiden Zinsmodelle unterscheiden.
Bei der Finanzierung stellt sich fast immer die Frage nach dem Zinsmodell. Ein Fixzins bleibt über einen vereinbarten Zeitraum konstant. Das bringt Planungssicherheit, weil die Rate unabhängig von Marktschwankungen gleich bleibt. Ein variabler Zins orientiert sich an einem Referenzzinssatz und kann steigen oder fallen. Das kann günstiger sein, wenn die Zinsen niedrig bleiben, birgt aber das Risiko steigender Raten. Welches Modell passt, hängt von der persönlichen Situation ab: Wer Sicherheit braucht, tendiert zum Fixzins. Wer Spielraum hat, kann mit einem variablen Zins flexibler sein. Oft sind auch Mischformen möglich.
- 2,65 % – EZB-Hauptrefinanzierungssatz seit 16. September 2026 (EZB)
- 3,8–4,0 % – variable Wohnkreditzinsen, Stand September 2026 (Infina Kredit Index)
- 10.000 € – jährlich entschädigungsfreie Sondertilgung beim Fixzinskredit (HIKrG)
Der Unterschied in einem Satz
Beim Fixzins steht Ihre Rate für eine vereinbarte Zeit fest – üblich sind zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahre. Beim variablen Zins ist die Rate an einen Referenzzinssatz gekoppelt, in Österreich meist den Euribor, und ändert sich in vereinbarten Abständen mit.
Wofür der Fixzins spricht
- Die Rate bleibt über die gesamte Fixzinsphase unverändert kalkulierbar
- Steigende Marktzinsen betreffen Sie in dieser Zeit nicht
- Sinnvoll, wenn das Haushaltsbudget wenig Puffer hat oder das Einkommen fix ist
Wofür der variable Zins spricht
- Der Startzins liegt meist unter dem vergleichbaren Fixzins
- Sinkende Marktzinsen kommen unmittelbar bei Ihnen an
- Sondertilgungen sind in der Regel jederzeit und ohne Pönale möglich
- Sinnvoll, wenn absehbar größere Beträge zur Tilgung zur Verfügung stehen
Die Mischform wird oft übersehen
Viele Banken bieten Kombinationen an: Ein Teil der Finanzierung läuft fix, der andere variabel. Das begrenzt das Zinsrisiko und erhält gleichzeitig Flexibilität bei der Tilgung. Für Haushalte, die weder das volle Risiko noch den vollen Aufschlag tragen wollen, ist das häufig die passendste Lösung.
Häufige Fragen
- Kann ich später vom variablen auf einen Fixzins wechseln?
- In vielen Verträgen ist ein Wechsel möglich, oft aber nur zu bestimmten Zeitpunkten und zu den dann geltenden Konditionen. Lassen Sie sich diese Option vor Vertragsabschluss schriftlich bestätigen.
- Was passiert nach dem Ende der Fixzinsphase?
- Der Kredit läuft üblicherweise variabel weiter, sofern nichts anderes vereinbart wird. Kümmern Sie sich rechtzeitig, idealerweise ein Jahr vorher, um eine Anschlussvereinbarung.
Quellen
- EZB – Leitzinsen
- Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG)
- Konsumentenfragen – vorzeitige Rückzahlung
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