Finanzierung · Lesezeit 5 Minuten
Eigenkapital, Kreditrate, Laufzeit und Nebenkosten. Die Bausteine einer soliden Finanzierung erklärt.
Eine Immobilienfinanzierung besteht aus mehreren Bausteinen, die gut aufeinander abgestimmt sein sollten. Das Eigenkapital ist die Basis: Je mehr davon eingebracht wird, desto günstiger fällt die Finanzierung meist aus. Die Kreditrate setzt sich aus Zinsen und Tilgung zusammen und sollte dauerhaft leistbar bleiben, auch wenn sich die Lebenssituation ändert. Wichtig ist, neben dem Kaufpreis auch die Nebenkosten von Anfang an einzuplanen. Banken prüfen Einkommen, Sicherheiten und Bonität, bevor sie ein Angebot legen. Es lohnt sich, mehrere Angebote zu vergleichen und die eigene Belastbarkeit ehrlich einzuschätzen.
- 90 % – Beleihungsquote, die Banken als Richtwert einhalten (FMA-Richtwerte)
- 40 % – maximaler Anteil der Rate am Haushaltsnettoeinkommen (FMA-Richtwerte)
- 35 Jahre – Laufzeit-Richtwert (FMA-Richtwerte)
Wie viel Eigenkapital brauche ich wirklich?
Als Faustregel gilt: Die Kaufnebenkosten von rund zehn bis zwölf Prozent sollten Sie aus Eigenmitteln bestreiten können, dazu ein Teil des Kaufpreises. Banken rechnen in der Praxis meist mit zwanzig Prozent Eigenkapital inklusive Nebenkosten. Je mehr Sie einbringen, desto günstiger fällt der Zinssatz aus, weil das Risiko der Bank sinkt.
Worauf Banken bei der Prüfung achten
- Haushaltsrechnung: Was bleibt nach allen Fixkosten monatlich übrig?
- Beschäftigungsverhältnis und Dauer der Anstellung
- Bonität und bestehende Verpflichtungen wie Leasing oder Konsumkredite
- Wert und Verwertbarkeit der Immobilie als Sicherheit
- Belastbarkeit der Rate auch bei einem höheren Zinsniveau
Die Rate ist nicht die einzige monatliche Belastung
Viele Käufer kalkulieren nur mit der Kreditrate. Dazu kommen aber Betriebskosten, Versicherungen, Grundsteuer, bei Wohnungen die Rücklage und bei Häusern die Instandhaltung. Für Instandhaltung sollten Sie bei einem Einfamilienhaus jährlich etwa ein Prozent des Gebäudewerts zurücklegen. Wer das von Anfang an einplant, gerät später nicht unter Druck.
Warum mehrere Angebote vergleichen zahlt sich aus
Zwischen dem besten und dem schlechtesten Angebot für dieselbe Finanzierung liegen erfahrungsgemäß mehrere Zehntelprozentpunkte. Auf eine Laufzeit von 25 Jahren gerechnet sind das schnell fünfstellige Beträge. Vergleichen Sie dabei nicht nur den Nominalzins, sondern den Effektivzins inklusive aller Spesen, sowie die Konditionen für Sondertilgungen.
Häufige Fragen
- Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?
- Grundsätzlich ja, viele Banken tun das aber nur ungern oder zu schlechteren Konditionen, weil die Nebenkosten keinen Gegenwert als Sicherheit darstellen. Planen Sie sie besser aus Eigenmitteln ein.
- Wie lange sollte die Laufzeit sein?
- Üblich sind 20 bis 30 Jahre. Eine kürzere Laufzeit bedeutet weniger Gesamtzinsen, aber eine höhere Rate. Sinnvoll ist eine Laufzeit, bei der die Rate auch bei einem Einkommensausfall über einige Monate tragbar bleibt.
Quellen
- FMA – Vergabestandards für Wohnimmobilienfinanzierung
- Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG)
- OeNB – Zinssätze und Kreditstatistik
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