Zahlen statt Bauchgefühl: Wie sich Preise, Zinsen und Leistbarkeit tatsächlich entwickelt haben – für ganz Österreich, für Oberösterreich und für das Salzkammergut und den Bezirk Steyr-Land. Alle Angaben mit Quelle und Stichtag.
Immobilienpreise Österreich 2026: die wichtigsten Zahlen
Nach dem Rückgang 2023 hat sich der österreichische Immobilienmarkt stabilisiert. Laut Häuserpreisindex von Statistik Austria stiegen die Preise für Wohnimmobilien im Jahr 2025 um +2,6 %, im vierten Quartal sogar um +3,7 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Zahl der Kaufverträge lag um +18,3 % über dem Vorjahr – der Markt ist zurück, aber ohne die Übertreibungen der Niedrigzinsjahre.
- Neubau: +2,9 % · Bestand gesamt: +2,5 % (Häuser +3,0 %, Wohnungen +2,0 %).
- Medianpreis Österreich je m²: Einfamilienhaus 2.836 €, Eigentumswohnung 4.162 € (Statistik Austria, Stand Mai 2026).
- Oberösterreich laut WKO-Immobilienpreisspiegel 2026: Baugrund 178,21 € (+2,1 %), Einfamilienhaus 1.854,37 € (+1,68 %), gebrauchte Wohnung 1.665,11 € (+2,52 %), Neubauwohnung 2.768,35 € je m².
- Zum Vergleich Linz: Baugrund 606,43 €, Einfamilienhaus 2.718,37 €, Neubauwohnung 3.834,25 € je m².
Zinsen 2026: was Käufer heute für eine Finanzierung zahlen
Die Zinsen bestimmen, wie viel sich Käufer leisten können – und damit, welche Preise am Markt durchgehen. Die Europäische Zentralbank hat den Hauptrefinanzierungssatz zuletzt auf 2,65 % angehoben, der Einlagesatz liegt bei 2,50 %. Der 3-Monats-Euribor, an dem sich variable Kredite orientieren, steht bei rund 2,62 %.
Für einen Wohnkredit mit 20 Jahren Fixzins zahlen Kreditnehmer im Marktdurchschnitt rund 3,91 %, variabel verzinste Kredite liegen bei 3,8 bis 4,0 % (Stand September 2026). Für Verkäufer heißt das: Käufer rechnen genauer, finanzierbare Preisklassen verkaufen sich gut, überteuerte Angebote bleiben liegen.
Immobilienmarkt Salzkammergut: Preise im Bezirk Gmunden
Das Salzkammergut folgt dem österreichischen Trend, aber auf höherem Niveau: Die Nachfrage von Käufern aus Linz, Salzburg, Wien und Deutschland hält die Preise in Seelagen stabil, auch wenn der Gesamtmarkt schwächelt. Innerhalb des Bezirks Gmunden sind die Unterschiede groß – am Traunsee wird Baugrund zu mehr als dem doppelten Preis gehandelt wie im inneren Salzkammergut.
- Einfamilienhäuser Bezirk Gmunden (110–150 m²): Baujahr bis 1960 2 607 €, 1961–1990 3 033 €, ab 1991 4 086 € je m² Wohnfläche.
- Eigentumswohnungen Bezirk Gmunden (66–84 m²): 2 687 € / 2 705 € / 3 894 € je m² nach Baujahr.
- Baugrund je m²: Gmunden 529,5 € · St. Wolfgang 342,5 € · Altmünster 326,9 € · Traunkirchen 326,9 € · Bad Ischl 286,8 € · Laakirchen 229,7 € · Bad Goisern 179,2 € · Ebensee 173,6 € · Hallstatt 103,4 €.
- Quelle: Statistik Austria, Immobilien-Durchschnittspreise 2025 (28.05.2026), verbücherte Kaufpreise.
Immobilienmarkt Steyr-Land: Preise in Sierning, Bad Hall und Umgebung
Der Bezirk Steyr-Land ist deutlich günstiger als das Salzkammergut und stark von Eigennutzern aus der Region geprägt. Gefragt sind Einfamilienhäuser mit Garten im Pendlerbereich von Steyr und Linz; Baugrund ist knapp und hält seinen Preis.
- Einfamilienhäuser Bezirk Steyr-Land: bis 1960 2 123 €, 1961–1990 2 442 €, ab 1991 3 188 € je m².
- Eigentumswohnungen Bezirk Steyr-Land: 1 758 € / 1 817 € / 2 774 € je m².
- Baugrund je m²: Garsten 252,8 € · Dietach 190,1 € · Sierning 184,3 € · Bad Hall 182,2 € · Wolfern 177,8 € · Waldneukirchen 99,8 €.
Was das für Verkäufer bedeutet
- Der richtige Startpreis entscheidet. Käufer vergleichen genau und finanzieren knapp – ein realistischer Preis auf Basis tatsächlicher Abschlüsse verkauft schneller und am Ende oft höher als ein überzogener Startpreis mit späteren Senkungen.
- Zustand und Energieklasse zählen mehr als früher. Bei höheren Zinsen und Energiepreisen rechnen Käufer Sanierungskosten sofort vom Preis ab.
- Steuer beachten: Für Liegenschaften, die vor dem 1. April 2002 angeschafft wurden (Altvermögen), steigt die pauschale Immobilienertragsteuer ab 1. Jänner 2027 von 4,2 % auf 6 % des Verkaufserlöses. Wer ohnehin verkaufen will, sollte den Zeitplan mit seinem Steuerberater prüfen.
- Die Provision ist verhandelbar. 3 % zzgl. USt sind der gesetzliche Höchstsatz, kein Fixpreis – bei uns wählen Sie 1, 2 oder 3 %.
Häufige Fragen zum Immobilienmarkt
- Steigen die Immobilienpreise 2026 weiter? Der Häuserpreisindex zeigt seit 2024 wieder moderate Zuwächse. Wie stark sich das fortsetzt, hängt vor allem von den Zinsen ab. Regional gilt: Gute Lagen im Salzkammergut bleiben gefragt, Objekte mit Sanierungsbedarf verlieren relativ.
- Ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Verkaufen? Die Nachfrage ist stabil und die Zahl der Käufe steigt. Für Altvermögen spricht zusätzlich die höhere Immobilienertragsteuer ab 2027 für einen Verkauf noch 2026 – die Entscheidung hängt aber von Ihrer Situation ab.
- Wie oft wird dieser Marktbericht aktualisiert? Sobald neue offizielle Zahlen erscheinen: Statistik Austria (Häuserpreisindex quartalsweise, Durchschnittspreise jährlich im Mai), WKO-Immobilienpreisspiegel (jährlich im März) und Zinsen quartalsweise.